Programm Lechenich

 

Die Innenstadt

Die Chancen, die sich durch den Bau der Umgehungsstraße in Lechenich, vor allem in der Innenstadt, ergeben haben, sind in den letzten Jahren kaum genutzt worden. Nach wie vor rollt der Verkehr durch die Altstadt. Vor allem das Auto beherrscht das Bild. Den Marktplatz dominiert eine stark befahrene Straße.

Wer offenen Auges durch die Innenstadt geht, stellt fest, dass die gesamte Planung und die Umgestaltung der Innenstadt zu sehr auf den Autoverkehr ausgerichtet sind. Die Interessen der Fußgänger und der Fahrradfahrer werden dabei viel zu wenig berücksichtigt. Die Mehrzweckstreifen an der Bonner Straße werden überwiegend als Parkplätze genutzt. Die ursprünglich vorgesehene Nutzung als Verkaufs-, Flanier- und Ruhefläche findet praktisch nirgendwo statt.

Der Marktplatz ist in seinem südlichen Teil zu einem Parkplatz degradiert. Der Parksuchverkehr mindert die Aufenthaltsqualität stark.

Durch zum Teil geringfügige Änderungen ließe sich die derzeitige Situation für alle verbessern. Die Altstadt lebt nicht davon, dass möglichst viel Verkehr hindurchfließt, sondern von der attraktiven Bebauung, den fußläufigen Entfernungen und auch durch die Gastronomie rund um den Marktplatz. Diese Stärken müssen weiter ausgebaut werden. Wir Sozialdemokraten setzen uns deshalb dafür ein, dass

• Fußgänger und Radfahrer mehr Platz bekommen,

• der Marktplatz für Busse sowie den Ziel- und Quellverkehr durchlässig bleibt,

• die Fahrbahn im Bereich des Marktes – wie schon vor Jahren vorgesehen - aufgepflastert und als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen wird,

• die Anzahl der Parkplätze auf dem Markt auf die Menge wie vor der letzten Umgestaltung beschränkt wird. Dabei werden zwei Arztparkplätze ausgewiesen,

• die Zufahrt zum Marktplatz über die Schloß- und Steinstraße erfolgt und die Einfahrt von der Bonner Straße entfällt,

• die Drei-Punkt-Lösung bei den Parkplätzen umgesetzt wird. Parkplatz Schützenplatz, Parkplatz Frenzenstraße und Parkplatz vor dem Haagenpfädchen/Bonner Tor. Dabei soll der zentral gelegene Parkplatz an der Frenzenstraße zu einem Parkdeck ausgebaut werden. Dadurch können Parkplätze an der Bonner Straße entfallen.

 

Bebauung Lechenich-West und ‑Nordwest

Lechenich ist in den letzten Jahren kräftig gewachsen. Lechenich-West ist bis auf einige wenige Grundstücke bebaut; in Lechenich-Nordwest herrscht rege Bautätigkeit. Die von uns initiierte Solarsiedlung soll zu Ende gebaut werden.

Weitere Flächen sind im Flächennutzungsplan als Wohnbauflächen ausgewiesen. Wenn dort gebaut wird, muss berücksichtigt werden, dass die Innenstadt nicht durch zusätzlichen Verkehr belastet wird. In diesem Zusammenhang verfolgen wir die Weiterführung der Kreisstraße K 44 über Konradsheim hinaus als äußere Ringstraße über die Herriger Straße bis zur Erper Straße.

 

Einkaufen

Ein wichtiges Anliegen ist für uns, die Lechenicher Altstadt als attraktives Geschäftszentrum zu erhalten und möglichst auszubauen. Der Bestandsschutz hat für uns absoluten Vorrang. Wir setzen uns für eine möglichst rasche Bebauung der südlichen Steinstraße ein. Wir sehen darin eine wichtige Voraussetzung, die Innenstadt insgesamt zu stärken und die bereits vorhandenen Passagen von der Bonner Straße zur Steinstraße attraktiver zu machen. Von dem von uns in den vergangenen Jahren immer wieder geforderten Einzelhandelskonzept erwarten wir unter anderem Aussagen darüber, wie die Lechenicher Innenstadt als attraktiver Einzelhandelsstandort gestärkt werden kann. Wir erhoffen uns auch Vorschläge dazu, wie neue Branchen angesiedelt werden können. Geprüft werden muss nach unserer Ansicht auch, ob im WirtschaftsPark Erftstadt weitere nicht zentrenschädliche Branchen im Bereich des Pferdesporthändlers und des Natursteinhandels einen Standort finden können.

 

Gewerbegebiete

In Lechenich wurden in den letzten Jahren neue Gewerbegebiete erschlossen. Weitere neue Flächen werden für eine weitere Gewerbeflächenansiedlung vorbereitet, so die Flächen am Aldi-Markt. Das größere zusammenhängende neue Gewerbegebiet entsteht derzeit jenseits der Umgehungsstraße im neuen „WirtschaftsPark Erftstadt“. Die Erwartungen an das Gewerbegebiet waren groß – geschürt vor allem durch völlig überzogene Vorstellungen seitens der CDU und der FDP. Die Erwartungen sind bei weitem nicht in Erfüllung gegangen. In den letzten Jahren konnten gerade einmal fünf Unternehmen angesiedelt werden. Die von Verwaltung und Ratsmehrheit erwartete Ansiedlung von Hightech-Unternehmen blieb aus. Die Millionenbeträge, die mittlerweile in die Erschließung gesteckt wurden, zahlten sich bisher nicht aus.

 

Wir sind für das Gewerbegebiet an dieser Stelle. Wir sind allerdings der Meinung, dass nun dringend nach neuen Vermarktungsstrategien gesucht werden muss. Alle Fraktionen gemeinsam müssen hier zu einem Konsens kommen.

 

Kindergärten

Ein umfangreiches Angebot an Kindergartenplätzen einschließlich zweier integrativer Gruppen in Lechenich-Süd zeigt die Familienfreundlichkeit unserer Stadt. Bei weiterem Bedarf setzen wir uns für ein ortsnahes Angebot ein. Wir wollen nicht, dass Kindergartenkinder unnötig mit dem Bus in andere Stadtteile transportiert werden.

Der Kindergarten St. Kilian ist in den letzten Jahren zu einem Familienzentrum ausgebaut worden. Der Kindergarten Lechenich-Süd erhält bis zum Jahr 2010 eine zusätzliche Gruppe, um vor allem Plätze für die unter dreijährigen Kindern anbieten zu können.

Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass die Ganztagsbetreuung und die Öffnungszeiten der Kindergärten den sich ändernden Bedürfnissen der Eltern weiter angepasst werden.

 

Schulen

Mit zwei Grundschulen, einer Haupt-, einer Realschule sowie einem Gymnasium bieten wir in Lechenich ein differenziertes, leistungsfähiges Angebot im schulischen Bereich. Die Hauptschule unterbreitet seit 2008 ein Ganztagsangebot, die Realschule ab dem Schuljahr 2009/2010.

Die gesellschaftlichen und familiären Veränderungen erfordern die Einrichtung eines Ganztagsangebots in allen Schulen. Zu einem solchen Angebot gehört selbstverständlich die Einrichtung einer Mensa in zentraler Lage des Schulzentrums. Der bisherige Bedarf für die Nachmittagsbetreuung kann durch den von uns favorisierten kleinen Anbau gedeckt werden. Die größere Lösung ist nur dann möglich, wenn es gelingt, die dafür benötigte zusätzliche Fläche im Schulzentrum freizubekommen. Wir haben uns deshalb dafür eingesetzt, die einmalige Chance zu nutzen, ein Grundstück am Kölner Ring gegenüber dem Schulzentrum zu kaufen. Wir wollen, wie es der von allen Parteien verabschiedete Flächennutzungsplan vorsieht, auf diesem Grundstück ein neues Sportplatzgelände bauen. Auf der frei werdenden Fläche im Schulzentrum kann dann eine Mensa errichtet werden. Außerdem ließe sich das gesamte Schulzentrum über den Kölner Ring erschließen. Die Zufahrt über die engen Wohnstraßen könnte entfallen.

 

Kultur

Wir setzen uns für die Stadtbücherei und die Artothek am Gymnasium ein. Wir befürworten die stärkere Nutzung der Ausstellungsräume des Stadthauses. Wir unterstützen die Arbeit der Kultur- und Heimatvereine sowie des Kulturkreises.

 

Radwege

Mit der Neugestaltung der Innenstadt haben wir auch die große Chance, das Fahrradfahren in Lechenich noch sicherer und attraktiver zu machen. Wir werden darauf drängen, dass die Belange der Radfahrer noch stärker beachtet werden. In Lechenich sind weitere Fahrradabstellplätze und überdachte Abstellmöglichkeiten zu schaffen.

 

Bus und Bahn

Die Busanbindung Lechenichs ist, verglichen mit anderen Erftstädter Stadtteilen, gut. Das muss so bleiben. Die neuen Wohngebiete im Westen von Lechenich und Herrig sind ebenfalls an das Liniennetz angebunden. Das von uns initiierte und bewährte Anrufsammeltaxi-System wollen wir weiter ausbauen. Das ist auch für Lechenich von Vorteil.

Lechenich, Ahrem, Herrig und Konradsheim werden auch von dem von der SPD-Fraktion geforderten Ausbau des Liblarer Bahnhofes zu einem attraktiven Nahverkehrszentrum profitieren. Wir setzen uns unter anderem für den Bau neuer Parkplätze, vernünftiger Unterstellmöglichkeiten auf den Bahnsteigen, für mehr Sicherheit beim Zugang zu den Bahnsteigen und weitere Fahrradabstellmöglichkeiten ein. Außerdem wollen wir die Buslinien noch besser mit dem Zugfahrplan vertakten.

Das alles wird nur möglich sein, wenn die Stadt Erftstadt und der Kreis endlich ihre Planungen koordinieren und an einem Strang ziehen.

 

Jugendliche

Die örtlichen Vereine, die Jugendverbände und kirchlichen Organisationen prägen die Freizeitangebote für alle Lechenicher und fördern den Zusammenhalt untereinander. Das gilt ebenso für Ahrem, Herrig und Konradsheim. Es existiert eine Vielzahl von Vereinigungen mit aktiven und ideenreichen Jugendabteilungen, die unsere volle Unterstützung verdienen. Besonders stolz sind wir auf die Jugendberatung „Mobile" im Lechenicher Stadthaus, die eine enge Zusammenarbeit mit den Vereinen pflegt. Wir setzen uns für den Bau einer Jugendkulturhalle für alle Erftstädter Jugendlichen ein.

 

Senioren

Der Anteil der älteren Bürgerinnen und Bürger wird immer größer. Wir werden dafür sorgen, dass die Menschen in unserer Stadt im Alter möglichst lange ein selbstständiges und unabhängiges Leben führen können, sei es in der eigenen oder einer Altenwohnung, wenn nötig, mit einer Betreuung. Wir unterstützen in diesem Zusammenhang alle gemeinnützigen Verbände, wie zum Beispiel die Arbeiterwohlfahrt als Trägerin von Altenwohnungen.

 

Sicher wohnen

Die Wohn- und Lebensqualität bestimmt sich ganz wesentlich danach, ob man das Gefühl hat, in einer Stadt sicher wohnen zu können. Der überdurchschnittlich hohe Anstieg der Kriminalität in Erftstadt macht uns große Sorgen.

Statt die Probleme schönzureden, erwarten wir, dass Polizei, Verwaltung und Rat hier nach gemeinsamen Lösungen suchen. Verbessert werden muss auf jeden Fall der städtische Ordnungsdienst. Das haben CDU und FDP bisher abgelehnt.

Sicheres Wohnen findet letztendlich überall dort statt, wo Nachbarschaften funktionieren, wo sich Nachbarn füreinander verantwortlich fühlen. Wir wollen das Verständnis für ein solches Leben bürgerschaftlichen Miteinanders fördern und einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass wir in Erftstadt miteinander und nicht nebeneinander leben.

Ob Menschen sich in ihrem Stadtteil wohl fühlen, inwieweit sie sich mit ihrem Wohnumfeld identifizieren, hängt auch vom äußeren Bild und dem Zustand der Gebäude, Plätze, Grünanlagen und Straßen ab. Wir wollen deshalb, dass öffentliche Anlagen, Gebäude und Straßen gepflegt werden. Wir halten das ehrenamtliche Engagement der Bürgerschaft, die selbst Hand anlegt bei der Verschönerung der Stadtteile, für unverzichtbar.

Wir begrüßen es, dass eine überaus leistungsfähige Feuerwehr, die im Haupt- und Ehrenamt in gleicher Weise vorbildlich arbeitet, in Notfällen zur Verfügung steht. Gemeinsam mit der freiwilligen und hauptamtlichen Feuerwehr gilt es, neue Wege zu beschreiten, die notwendigen Maßnahmen zur Sicherheit zu ermitteln und umzusetzen.

 

Infrastruktur sichern

Der Erhalt, die Sanierung und im Einzelfall die bedarfsgerechte Ausweitung vorhandener Einrichtungen haben für uns den eindeutigen Vorrang vor Neubauten. Wir halten an unserem Konzept fest, öffentliche Gebäude, Straßen und Sportplätze zu sanieren. Die Pflege vorhandener Einrichtungen hat oberste Priorität.

Bei allen Sanierungsentscheidungen legen wir großen Wert darauf, dass die Betriebskosten nach entsprechenden Investitionen gesenkt werden. Energieeinsparende Maßnahmen haben deshalb Vorrang. Jeder Euro, den wir bei den künftigen Betriebs- und Folgekosten sparen, schafft neue finanzielle Handlungsspielräume. Energieeinsparung ist nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll, sie ist auch im Interesse des Klimaschutzes unverzichtbar.

 

Ahrem, Herrig, Konradsheim

Wir setzen uns für die kleineren Stadtteile Ahrem, Herrig und Konradsheim ein. Im Flächennutzungsplan wurden für alle drei Stadtteile Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Bei der Ausweisung von Bauland wollen wir behutsam vorgehen. Dabei sollen die Dorfgemeinschaften ein Mitspracherecht haben, damit der eigenständige Charakter der Stadtteile erhalten bleibt. Wir setzen uns vor allem für eine höhere Verkehrssicherheit in den Ortsdurchfahrten ein.

 

Bürgerbeteiligung

Wir wollen den Dialog zwischen Verwaltung, Rat und Bürgerschaft verbessern und verstärken. Unser Ziel ist es, die Lechenicher an der Diskussion um wichtige Lösungsansätze und an den Entscheidungsprozessen umfassend zu beteiligen.

 

Wir wollen, dass Rat und Verwaltung deshalb ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärken und mehr Bürger- und Einwohnerversammlungen durchführen. Wir wollen die Internetseiten der Stadt Erftstadt interaktiv ausbauen und dafür sorgen, dass sie ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Besonderen Wert legen wir auf die Verbesserung des Bürgerservices. Wir haben uns dafür stark gemacht, dass zum Beispiel das Einwohnermeldeamt samstags geöffnet ist. Wir werden uns auch dafür einsetzen, dass die Verwaltungsleistungen, die am stärksten nachgefragt werden, sowohl in Lechenich als auch in Liblar angeboten werden. In Lechenich stehen sie zurzeit noch im Haus Ganser zur Verfügung, demnächst jedoch im neuen Bürgerbüro, mit dessen Bau bereits begonnen wurde.