Eine Stadt braucht selbst dann Bauflächen, wenn die Einwohnerzahl stagniert. Mit den im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Bauflächen werden wir behutsam umgehen. Wir werden neue Baugebiete nur ausweisen, wenn
der Bedarf dafür nachgewiesen ist,
die notwendige Infrastruktur vorhanden ist oder gleichzeitig ausgebaut wird (beispielsweise ausreichende Plätze in Kindergärten und Schulen),
sichergestellt ist, dass mit der Erschließung keine neuen Verkehrsprobleme in unserer Stadt entstehen,
der eigenständige Charakter der einzelnen Stadtteile nicht zerstört wird,
ortsansässige Familien die Chance haben, sich den Wunsch nach einem Eigenheim zu erfüllen. Wir wollen nicht, dass in den Baugebieten die Bauträgergesellschaften das schnelle Geld machen,
eine gesunde Mischung von Eigentums- und Mietstrukturen gegeben ist,
Perspektiven für den genossenschaftlichen Wohnungsbau eröffnet werden.
Wichtiger als die Ausweisung neuer Baugebiete sind die Verbesserung und der Erhalt der bisherigen Siedlungsstrukturen. Dazu müssen z. B. die Strukturen in den alten Orts- und Dorfkernen modernem Wohnen angepasst werden. Das Schließen von Baulücken, die zusätzliche Bebauung großer Grundstücke schaffen innerorts Platz für neue Wohnungen und vermeiden unnötigen Flächenverbrauch.
Der Wohnungsbestand muss generell energetisch verbessert werden. Wohngebiete aus den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren müssen den neuen Bedürfnissen gerecht werden. Viele Wohnungen sind behinderten- und altengerecht umzubauen, um den Bewohnern ein möglichst langes Wohnen in der angestammten Umgebung und damit ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Wir setzen uns auch deshalb dafür ein, neuen Wohnideen Raum zu schaffen. Ein Anfang ist die von uns initiierte Solarsiedlung in Lechenich-West. Die Modelle des preis- und ressourcensparenden Bauens sollen in Erftstadt eine Chance bekommen. Neue Formen des Zusammenlebens der Generationen sollen erprobt werden. Wir unterstützen private Initiativen, die sich für dieses Ziel einsetzen, so zum Beispiel das Vorhaben der Stiftung Frauenthal, die gemeinsam mit dem Verein Alternatives Wohnen auf ihren Grundstücken ein Mehrgenerationenhaus bauen will. Um altersgemischte Wohnstrukturen in den Wohngebieten zu erhalten, wollen wir den Generationenwechsel in diesen Wohngebieten durch geeignete Maßnahmen unterstützen.
Für die altersgerechte Anpassung der Wohnungsbestände und für deren energetische Verbesserung wollen wir Beratungshilfe organisieren und Immobilieneigentümer auf der einen Seite, Planer und ausführende Betriebe auf der anderen Seite zusammenführen.
Wir werden sowohl bei der Pflege des Wohnungsbestandes wie auch im Neubau den Mietwohnungsbau nicht vernachlässigen. Wir treten dafür ein, dass Haushalten mit niedrigem Einkommen ein ausreichender Bestand an bezahlbarem Wohnraum erhalten bleibt.